Aufeinandertreffen.
Mehr als ein halbes Jahr ist es nun schon her, dass wir uns hier zum ersten Mal begegneten. Ich war auf dem Weg zur Weihnachtsfeier und eilte die schlecht beleuchtete Straße entlang. Mit der Zeit hatte ich die Fähigkeit entwickelt, Hundehaufen zu umgehen, ohne auch nur einen Blick auf den Boden zu werfen. Daher wähnte ich mich in Sicherheit. Fatal. Denn plötzlich stieß ich auf ein Hindernis. Ein weiches. Quiekendes. So überraschend tauchte es auf, dass ich einen Sprung machte. Hinauf kam ich leicht. Das Runterkommen gestaltete sich schwieriger, schmerzhafter. Die Landung war wackelig, die Bänder hielten und doch humpelte ich zur Feier. Seit diesem Abend fragte ich mich, wie wohl die Ratte den Zusammenstoß verkraftet haben würde. Offensichtlich hat sie ihn überstanden. Und seitdem Respekt vor mir. Denn als wir erneut aufeinandertrafen, suchte meine Weihnachtsratte so überhastet das Weite, dass sie in wilder Panik gegen die Ketten-Abdeckung der hier geparkten Fahrräder stieß. Einmal. Zweimal. Dann fand sie den Eingang zu ihrer Behausung und verschwand in der Kanalisation.