Karaoke op Kölsch.
Man nehme ein Lokal, einen Wirt, der aus Rücksicht auf seine Nachbarn die Musik ausschaltet, ein gutes Dutzend Gäste und ein/zwei Pittermännchen Kölsch. Dann kann der Spaß losgehen! Mit einem im Kanon vorgetragenen „Butterfly” gefolgt von mehreren Ansätzen, „Tränen lügen nicht” wieder zu geben.
Da schon die zweite Strophe ein Text-Defizit offenbart, zeigt der Wirt Erbarmen mit den Gästen, weniger mit den Nachbarn. Aber hey, es ist Freitagabend. „Du bes die Stadt” oder aber „Du bes Kölle” gehen da deutlich flüssiger über die Lippen. Die Gäste freut‘s. Den Wirt scheint‘s auch zu freuen, denn gelegentlich wirft er einen Blick über die Schulter in den Schankraum hinein und lässt sein Solitaire auf dem Computer solitär sein.
Jetzt erst so richtig warm geschunkelt, werden die Bänke erklommen – „Mer stonn zo dir” und ein Lied von einer Katrin, das mir noch Rätsel aufgibt. Zwei Nachtschwärmerinnen bitten um Einlass und er wird ihnen gewährt. Kurz darauf finden sie sich in der spontanen Polonaise, die durch den Saal zieht, wieder. Die ein oder andere Stange Kölsch fällt klirrend zu Boden und somit dem bunten Treiben zum Opfer.
Zeit für den vorläufigen Höhepunkt des Abends: „Niemals geht man so ganz” in den Armen wildfremder, aber offensichtlich gesangesfreudiger, Menschen. Endlich höre ich auch mal die übrigen Strophen des Klassikers. Und dabei hat die Session noch längst nicht begonnen.
Nachtrag 20.08.07 Ich relativiere: Heute wurde das Dreigestirn der kommenden Session vorgestellt. Et jeiht widder loss.