Angezapft is’.
Ob schwarze und weiße Streifen eine gute Tarnung im Dschungel sind? Wohl kaum. Sie werden auch nicht als solche gedacht sein, denn viel zu schnell schlägt das Wesen zu. Nichts zu spüren. Nur zu sehen. Die winzigkleine rote Pfütze, die sich um die Einstichstelle herum auf meiner sonnengeröteten Haut bildet. Beim dritten Versuch war ich dann doch zu spät – o’zapft is’.
Hören konnte ich es nicht, zu dominant war das Konzert der Zikaden. Zu konzentriert versuchte mein Blick den Wuchs der Bäume gen Himmel zu verfolgen – und erst recht all das, was an den Bäumen noch mit empor wächst. Da fällt es schon schwer genug, herab hängenden Ästen auszuweichen und gleichzeitig sorgsam Schritt für Schritt auf dem unwegsamen Urwaldboden zu setzen.
Doch wer dem Pisaken der Moskitos nicht nachgibt, der wird mit dem Ausblick auf den traumhaften Sandstrand entlohnt. Und er ist traumhaft. Meine Füße haben ihn sowohl schnellen Schrittes in der Mittagshitze getestet, als auch in der flux aufziehenden Abenddämmerung nach dem Spa. Und erst Recht zum Ausklang eines weiteren ereignisreichen Tages – beim Dinner am Beach. Inklusive des hastigen Aufbruchs ob des heran nahenden tropischen Unwetters. Den letzten Bissen des Steaks, well done, gekostet und keine Sekunde zu spät unter dem schützenden Dach der Rezeption angekommen.

Also, kleiner Moskito, lass dir gesagt sein: Du magst mich angezapft haben, doch ich habe weitaus mehr Energie auftanken können, da seien dir auch die Tröpfchen Blut gegönnt…