Die Sache musste einen Haken haben.
Sonntagmittag, auf dem Herd köchelt eine Gemüsepfanne vor sich hin. Ein entspannter Tag, erst für den frühen Abend ist ein Hochschalten in den nächsten Gang geplant – Bürokram. Dann der Anruf, Arbeit wartet. Überraschend, aber unvermeidbar. Fix umdisponiert, den Herd runter gedreht, mit wehmütigem Blick auf die wirklich leckere Gemüsepfanne das Haus verlassen.
Seit Karneval den Wagen nicht mehr bewegt, also erst einen Kontrollgang ums Auto gemacht und mit geübtem Blick die Bierflasche mit abgebrochenem Hals am Hinterrad entdeckt und hervor geholt. Unfall auf der Inneren. Stau. Rote Welle.
Dennoch: Der Termin verlief erstaunlich unkompliziert, sehr gute Kooperation unter Kollegen. Schön das. Trotzdem wird der Abend lang und länger, das Programm anfälliger und anfälliger. Feierabend, die Bahn würde ich noch bekommen, aber wie sieht‘s mit der Anschlussbahn aus? Kein Risiko. Also den Wagen genommen.
Optimistisches Unterfangen, wenn man die Parkplatzsituation an einem Sonntagabend im Veedel kennt. Erst recht, wenn geschätzte 20-30 Plätze dank Dreharbeiten für die kommenden drei Tage wegfallen werden. Doch es schien noch mein Tag zu werden, ein freier Platz – dann kann ich mir die, dank unmöglicher nächtlicher Ampelschaltung, auch mal zwanzigminütigen Extra-Runden um den Block schenken.
Kurbel, kurbel, Bordstein rauf und runter. Perfekt. Motor aus, Schlüssel raus, Tür auf – eleganter konnte man einfach nicht am Pfosten parken, Millimeterarbeit, erfolgreiche. Zack, kwatsch, flutsch, glitsch. Scheiß Herbstlaub. Scheiß Dunkelheit. Scheiße am Schuh.
Da war er also der Haken. Ließ lange auf sich warten. Na schön, dann beenden wir den Sonntagabend eben mit dem Duft von Scheiße in der Nase, während aufs akribischste geputzt wird. Gute Nacht.
Obwohl, eines noch: Lieber Hundebesitzer, liebe Hundebesitzerin – leck‘ meine Sohle, jede einzelne, durch die Hinterlassenschaft deines Köters, verschissene Rille!!!
So, und wenn die taube Nuss von nebenan es doch noch auf die Reihe bekommen sollte, gegen zwei Uhr in der Früh ihren Fernseher auf eine Lautstärke zu pegeln, dass ich nicht trotz Kopfhörern und geschlossener Scheiben die Dialoge mitbekomme, dann, ja dann könnte die Woche noch einen guten Anfang nehmen. Aber irgendwie, irgendwie glaube ich nicht dran. Und wieder einer der Momente, in denen ich mich frage, ob ein Leben in der Stadt wirklich ein Leben in der Zivilisation bedeutet…