Urlaubstag.

Der muss sein. Und ist so herrlich einfach – wenn man, wie ich, über eine gute Portion Phantasie und ein passables Gedächtnis verfügt. Passabel, weil nicht jeder, der mir mit Namen vorgestellt, auch noch Wochen später mit dem zum Gesicht passenden Namen angesprochen wird. Passabel, weil es Düfte und Geschmäcker gibt, die mich wahlweise in die Pariser LesHalles, die Ufer-Promenade am Lago Maggiore, das Café auf Santorini oder den Strand am Südchinesischen Meer versetzen. Und dazu braucht es nicht mehr als Erdbeer-Parfum, Eistee, Frappée oder eine frische Ananas.

Letztere hatte ich heute zur Hand – und um dem Ganzen noch mehr Urlaubsfeeling zu geben, begann der Tag mit einem Englischen Frühstück. Jedenfalls einem, das sich auch hierzulande aus diversen Supermärkten ohne Probleme zusammen stellen lässt. Also, Spiegelei, Bacon und natürlich weiße Bohnen in Tomatensoße – dazu Tomaten in Scheiben. Nur den Würstchen konnte ich diese Tortur der Zubereitung nicht antun. Und natürlich frische Ananas.

Ehrlich gesagt, so gestaltete sich die Sinnes-Reise ans Südchinesische Meer als etwas reich an Umwegen. Die nehme ich jedoch gerne in Kauf, wenn sie mich ins Hotel auf Ibiza, den ruhigen Flug mit entspannter Besatzung und von dort non-stop in die rauchige Bar und die unterhaltsamen Stunden am Flughafen Kuala Lumpur entführen.

Fehlt nur noch der Blick durch Palmen hindurch in den sich rasch verdunkelnden Abendhimmel. Und ich bin mir sicher, mit geschickt gewählter Perspektive kann meine gut 1,20m hohe Palme kolossal wirken – aber die 3m hohen Decken werde ich mit Sicherheit nicht alle paar Minuten in einem neuen Farbton streichen – irgendwann muss der Urlaubstag auch mal ein Ende finden!

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