Puffbesuch.

Eines muss man meinem Job lassen – er öffnet Türen, die unter normalen Umständen verschlossen blieben. In diesem Fall war es die Tür zu einem Puff. Nicht irgendeinem, nein, Europas größtem. Legendär. Naja, vielleicht nicht so legendär wie die Hamburger Herbertstraße, die mir bislang verborgen blieb, und in die ich auch nicht mehr unbedingt hinein spähen will, nachdem mich die vernichtenden Blicke der Damen vor dem Burger King und neben der Davidswache in ihren Bomberjacken, Leggins und Buffalo-Schuhen trafen. Aber sicherlich über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Selbst wenn Mann nur zögerlich auf die Frage antwortet, wie denn der Kölner Puff heißt. Gefühlte zwölf Sekunden zögerte er, der mit seiner Freundin im Arm hinter mir lief, ehe er ihr gegenüber mit der Antwort heraus rückte. Doch das nur am Rande.

Langsam wurde es auch Mal Zeit, dass ich einen näheren Blick auf das Etablissement werfen konnte, das schon für so manchen Beinahe-Verkehrsunfall sorgte. Wobei letzteres weniger am Etablissement an sich als viel mehr an der Ortsunkundigkeit und, ich vermute Mal, Nervosität, derer lag, die, oftmals mit auswärtigem Kennzeichen, in allerletzter Sekunde in die Eisen steigen, um noch rechtzeitig abzubiegen.

Freitagabend. Ein paar Taxen fahren vor, einige Warten auf Kundschaft. Mit dem Handy wird noch eilig ein Kumpel angerufen. Es wird gewartet. Und dann doch ohne den Kumpel Richtung Eingang geschritten. Von Gewusel kann noch keine Rede sein. Quietschende Reifen sind, im Gegensatz zu manch Cruising Area, auch Fehlanzeige.

Ein normaler Betrieb, könnte man meinen. Auffällig nur die Frau, die mit Kamera und Stativ in der Gegen umherschleicht, einen Taxifahrer bittet, ein Stückchen vorzufahren, um den Blick auf die Neonreklame vollends freizugeben, und generell Unbehagen weckt bei jedem, der das Gebäude betritt, verlässt, oder sich sonstwie im Fokus der Kamera wägt.

Bei den meisten besteht kein Grund zur Sorge. Es ist dunkel. Sehr dunkel. Und im Innern des Puffs auch größtenteils zu dunkel für die Kamera. Tja, hätte ich gewusst, dass ich ins Innere gelange, dann hätte ich auch ein Licht mit eingepackt. Doch mein Auftrag lautete Außenaufnahmen – nur, wer mich und meine Neugierde kennt, der weiß, dass ich nicht Nein sage, wenn sich Türen öffnen, die mir sonst verschlossen blieben. Fortsetzung folgt!

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