Das glaubt mir keiner.

Es ist 11.30 Uhr und ich verlasse meine Wohnung. Beim Betreten des Vorraums, von dem noch zwei weitere Wohnungen abgehen, stinkt es barbarisch nach Kotze. Aber nichts ist zu sehen. Na super! Weiter zum Waschsalon. Dabei komme ich an diesem Plakat vorbei.

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Übrigens: Diese Bilder entstanden auch an jenem Platz. Mensch, muss das sein? Wäsche rein.

Weiter zu einem Schnellimbiss mit angeschlossener Kaffee-Lounge. Ein Cappuccino bitte. Und da ist es wieder, das Problem, das mir seit Toronto an den Fersen haftet. Cappuccino-Bestellung und ich – das verträgt sich nicht und muss ich bei Gelegenheit auch noch weiter ausführen. Dieses Mal bekam ich von der Bedienung ein: „Die Maschine ist heute kaputt”. Keine Entschuldigung. Und auch keine Reaktion als ich ihr erklärte, dass es mit dem Milchschaum nichts wird, wenn man die Kanne einfach nur darunter hält. Sie, dezent schlecht gelaunt, schiebt den Cappuccino die Plörre mit den Worten „Ist halt ein Caffe Latte” rüber. Nein, der ist es auch nicht. Denn auch der hat laut Karte Milchschaum. Und der Mocca hat einen Schuss Espresso drin, statt nur Kakao und heißer Milch. Na klasse!

Wäsche in den Trockner. Poloshirt zu spät wieder raus. Verdammt! Rote Ampel. Auf dem Gehweg gegenüber läuft eine ältere Dame mit Gehstock. Auf fünf Metern Weg bekreuzigt sie sich vier Mal. Okay, es ist eine viel befahrene Straße. Aber vier Mal? Wahnsinn!

Nach anderthalb Stunden betrete ich wieder das Haus und den Vorraum. Der Gestank ist geblieben. Abartig!

Beim erneuten Verlassen des Hauses sticht mir ein Zettel an einem der Briefkästen ins Auge: „Bitte die Zeit GANZ in den Briefkasten stecken”. Achja, da hing ja vor Tagen ein Zettel am schwarzen Brett, der, frei zitiert, jene anklagte, die so wenig Anstand haben und Post klauen, aber offensichtlich genug Geld, um sich hier eine Wohnung zu leisten. Ob‘s da einen Zusammenhang gibt? Ich könnt kotzen!

Elektronikfachmarkt. Ich gehe auf einen Verkäufer mit den Worten zu „Ich suche eine Tasche für eine Sony…” der Verkäufer dreht ab „..HDR-FX1E” und zeige mit meinen Händen die etwaige Größe der Kamera. Also eine Spanne von gut vierzig Zentimetern – wenn er doch noch zu mir gesehen hätte. Stattdessen führt er mich um die Ecke zu den Camcorder-Taschen. Also solchen, in die Camcorder mit Pi Mal Daumen 15 Zentimeter Länge passen. Ja, Sakrament!

In der Bahn ganz vorne, direkt an der Tür zur Fahrerkabine. Hupfreudiger Fahrer. Weshalb, das sehe ich nicht, fahre rückwärts. An der nächsten Haltestelle will ein älterer Mann aussteigen und ein ebenfalls älterer ein. Die Türen schließen sich vor ihnen. Himmel, Herrgott! flucht der in der Bahn und die Türen öffnen sich nochmals. Hinter mir aus der Fahrerkabine vernehme ich ein herzhaftes Macht hinne!

Im Büro verabschiedet sich ein Teil der Kamera. Scheiße! Aber damit nicht genug. Vier Computer, drei Kameras, zwei Firewire-Kabel. Und in keiner Kombination wird auch nur eine Kamera von auch nur einem der Rechner erkannt. Produktionstotalausfall. Das darf doch nicht wahr sein!

Auf dem Nachhauseweg sehe ich einen menschengroßen weißen Hasen mit Brüsten mitten auf der Straße. Ich geb‘s auf!

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Nachtrag: Am Folgetag ging ich zum Briefkasten. Darin ein offizielles Schreiben mit einem offiziellen Dokument. Blablabla, uns wurde für Sie eine Namensänderung gemeldet. Ja sind denn jetzt alle jeck? Von nun an gilt: mein Geburtsname schrieb sich mit ue, mein Name ab sofort mit ü. Wie heißt es so schön? Die Mühlen mahlen langsam. Nach 27 Jahren und etwas mehr als drei Monaten wäre also auch das geklärt.

Eine Reaktion zu “Das glaubt mir keiner.”

  1. Antje

    Wow, das klingt mal nach nem richtig be… Tag. Wenisgtens gabs zum Abschluss noch jemanden, den es offensichtlich übler getroffen hatte. ;)

    Deswegen morgen, einen hoffentlich um längen besseren Start in den Tag und die neue Woche!

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