Probleme, die mit dem Alter kommen

Vielleicht mache ich dazu demnächst eine Rubrik auf. Doch vorerst bleibt es bei dieser einen Anekdote. Ertappte mich soeben dabei, wie ich in kontrollierter Panik mit meinen Flipflops in die Küche stöckelte (so, wie ich in ihnen laufe darf von stöckeln gesprochen werden). Der Grund: Ich hatte in meinem Zimmer Besuch bekommen.

Im Nachhinein kein Wunder, bei offen stehendem 2,8×0,7m Fenster und dem ganzen Grün- wenn auch nicht Blühzeug, dem mit Amaretto-Geschmack aromatisiertem Espresso und dem Granny-Smith-Lager im Raum. Gelb-schwarz gestreifter Körper und unglaublich neugierig um Schreibtisch, Pflanzen, Flasche, Handy, Tasse herum schwirrend. Bis vor kurzem hätte ich mit ebensolcher Neugierde den Weg durch die Luft beobachtet, wäre mit meinem Kopf auf und ab nickend der Flugbahn gefolgt.

So aber ging ich immer weiter auf Distanz und als ich mich mit dem Rücken zur Wand wieder fand, huschte ich durch die Tür. Der nächste Schritt wäre wohl der vor die Wohnungstür gewesen. Aber, man weiß ja nie, wem man im Vorraum beflipflopt begegnet. Also, pochenden Herzens allen Mut gesammelt und doch wieder die Tür einen Spalt breit geöffnet, einen vorsichtigen Blick in den Raum geworfen und schon damit rechnend, dass sie mir auf Augenhöhe schwirrend begegnen würde.

Tat sie nicht. Doch woher auf einmal die kontrollierte Panik? Vor etwas mehr als zwei Wochen stand ich draußen zusammen mit einer Hochzeitsgesellschaft. Lockerer Plausch nach den entscheidenden Worten. Da kam sie auf mich zugeflogen. Ich dachte noch, so blöd kann das Tier nicht sein, es wird mir doch wohl ausweichen können. Wollte es nicht (vgl. Radfahrer in einem früheren Post), sondern setzte zur Punktlandung am Hals an. Und dann ging es mit Trippelschritten über das Brustbein hinab, wieder hinauf, zu den Enden meines blütenreinen Kragens. Wieder hinauf Richtung Kehlkopf. Einen kleinen Rundwanderweg, mit klopfendem Hinterteil, wie mir mitgeteilt wurde. Ich selbst konnte und wollte es nicht mit ansehen. Stand nach bestem Vermögen ruhig dar und versuchte die Blicke der Umstehenden zu meiden, aus denen Betroffenheit und Sorge sprachen.

Ihr Interesse galt dann zunehmend mehr der Kleidung und mit einem beherzten Schnicken beförderte der junge Mann, den ich von nun ab nur noch den Retter nenne, das Insekt von mir runter.

Vergangenen Freitag, erneut eine Hochzeitsgesellschaft, erneut ein schwirrendes, gelb-schwarz gestreiftes Flugobjekt. Doch dieses Mal nahm ich unter bizarren Verrenkungen – ein Pfeiler ist nicht nur tragendes und dekoratives Element, sondern auch Hindernis – Reisaus. Und soeben erneut. Ein Problem, das mit dem Alter kam.

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