Was ihr nie über Karneval lesen wolltet.

Kein Kinderfasching, sondern Straßenkarneval.
Vom ersten Mal – bis heute.
Auf eigene Gefahr!

Karneval Nummer eins
hieß Fastnacht
und war in Mainz.

Kostümierte gegen den Bauzaun urinierten,
die Pommes durch Schneefall gefrierten.

Schließlich unterm LKW hindurch gekrochen
und im Jahr darauf ganz ungeniert
vom jecken Treiben zwangspausiert
– denn kurz zuvor die Hand gebrochen.

Neuen Anlauf genommen
und die Karnevalshochburg erklommen.
Wo ich wohl Rosenmontag bin?
Ganz klar: in Kölle am Rhing.

Hinein ins bunte Treiben,
wo sich Körper aneinander reiben.

Ein Clown gar höchst erregt
die Hand auf und ab bewegt.
Unter seinen Hosen drunter
holt er sich einen runter.

Was ihn da wohl so verzückt?
Der Bauarbeiter, der sich bückt,
vorm Indianer niederkniet
und an dessen „Pfeife” zieht.

Genug der Turbulenzen,
genug von entblößten Schwänzen.

Da dacht ich noch,
dich zieht’s nie wieder hin.
Falsch jedoch,
schon wieder mittendrin.

Geschnackt, geklönt
sich mit dem Karneval versöhnt.
Allein ich mag’s nicht fassen,
das Saufen können sie partout nicht lassen.

So war ich denn auch heute
inmitten der feierwütigen Meute.
Die Bahn mir vor der Nas’
die Türen schloss und gab Gas.

Da stand ich, der Blick ganz stumpf,
neben mich
gesellte sich
Pippi, Pippi Langstrumpf.

Ihr Name ward Programm,
mir ganz klamm,
als ich mit Schrecken sah
sie war nicht mehr ganz da.

Bei Sinnen,
denn schon begann zu rinnen,
ein Strahl sich schier ergoss
ihr die Ringelsocken hinab floss.

Da stand sie zugeschifft und jung an Jahren.
Die nächste Bahn kommt angefahren.

Ich steige ein
und denke, nein,
nein, so sollt’ Karneval nicht sein.

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