Life’s a soap.
Aus dem Nebenzimmer dringen zwei Stimmen, die eine vertraut, die andere unbekannt. Die vertraute versucht zu beschwichtigen „Das war nicht böse gemeint, wirklich nicht!” und weiter „Aber du weißt, dass es so nicht gemeint war.” Ich will mir gerade in Gedanken ausmalen, was nicht so gemeint gewesen sein könne, da betritt bereits eine etwas verstimmte Person das Zimmer. Von hünenhafter Statur, knallbunte Haare, transsexuell. Da wird auch schon mein Name aufgerufen und ich husche vorbei. Die nächsten Minuten meines Termins, versuche ich mich auf mein Anliegen zu konzentrieren, was mir nicht recht gelingen will. Woher kenne ich sie? Als ich dann ein weiteres Mal ins Zimmer sehe, um meine Jacke zu packen, macht es klick. Life’s a soap.
Feierabend. Die Bahn fährt ein. An vorderster Tür steht ein hagerer Mann mit Baseballkappe und brennender Zigarette in der Hand. Die Türen gehen auf, er tritt nach draußen, geht zum Fahrer vor und grüßt ihn mit dem Peace-Zeichen. Ich trete in die frische Rauchwolke, die noch im Eingangsbereich der Bahn hängt. Life’s a soap.
Mein Nachhauseweg führt durch ein dank starken Regens abgekühltes Köln. Eng an den Häuserwänden entlang, um dem Wind keine Angriffsfläche zu bieten. Nicht zu eng, so dass ich noch den drei frischen Pfützen des schwarzen Hundes ausweichen kann. Ihm einen Moment zu streng in die Augen geblickt, schon stolpere ich fast in das Paar hinein, das vor einem Garagentor Walzer übt. Life’s a soap.
Den Haustürschlüssel schon gezückt, springt mir aus dem Hausflur ein junger Mann lässig mit Bier in der Hand entgegen und hält die Tür auf. Mist, zu viel Wind hat das Haar völlig zerzaust. Life’s a soap.